Zahlungsziel auf der Rechnung: Regeln, Formulierungen und Fristen
Das Zahlungsziel ist eine der praktischsten Angaben auf einer Rechnung. Es sagt dem Kunden, wann er zahlen muss. Was erlaubt ist, wie du es formulierst und was passiert, wenn der Kunde zu spät zahlt.
Was ist das Zahlungsziel?
Das Zahlungsziel ist die Frist, innerhalb derer dein Auftraggeber die Rechnung bezahlen soll. Es ist keine Pflichtangabe nach § 14 UStG — aber es ist sinnvoll und üblich, sie anzugeben. Ohne Zahlungsziel greift die gesetzliche Regelung des BGB.
Was gilt ohne Zahlungsziel?
Ohne vereinbartes Zahlungsziel gerät ein Schuldner nach § 286 Abs. 3 BGB automatisch in Verzug:
- Bei Verbrauchern: 30 Tage nach Zugang der Rechnung
- Bei Unternehmen: 30 Tage nach Rechnungszugang und Leistungserbringung
Heißt: Wenn du kein Zahlungsziel angibst, hast du faktisch trotzdem 30 Tage Frist. Es ist aber besser, das explizit zu machen.
Übliche Zahlungsziele für Freelancer
Standard für kleinere Projekte und Stammkunden. Kurze Frist, schneller Zahlungseingang.
Standard im B2B-Bereich, besonders bei größeren Unternehmen die interne Freigabeprozesse haben.
Für kleine Beträge oder wenn der Cashflow eng ist. Kann bei manchen Kunden ungewöhnlich wirken.
Korrekte Formulierungen
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, das Zahlungsziel zu formulieren. Alle sind zulässig, solange sie eindeutig sind:
"Zahlbar innerhalb von 14 Tagen nach Rechnungserhalt."
Empfohlen — einfach und klar
"Bitte überweisen Sie den Betrag bis zum 28.04.2026."
Konkretes Datum — kein Spielraum
"Zahlbar sofort ohne Abzug."
Für sofortige Zahlung — bei Kleinstbeträgen
"Zahlbar innerhalb von 30 Tagen netto."
Handelsterminologie — üblich im B2B
Skonto — Rabatt für frühe Zahlung
Wenn du Kunden einen Anreiz geben willst, früher zu zahlen, kannst du Skonto anbieten:
"Bei Zahlung innerhalb von 7 Tagen gewähren wir 2% Skonto."
Skonto ist freiwillig und kein Standard für Freelancer. Wenn du es anbietest, musst du die Möglichkeit beachten, dass der Kunde den Skontobetrag abzieht und du die Differenz als Fehler buchst.
Was passiert bei verspäteter Zahlung?
Wenn der Kunde das Zahlungsziel überschreitet, befindet er sich automatisch in Verzug (§ 286 Abs. 2 BGB). Du kannst dann:
- Verzugszinsen fordern: aktuell Basiszinssatz + 9 Prozentpunkte (B2B)
- Eine Mahnung schicken (erhöht die Ernsthaftigkeit, ist aber nicht Pflicht)
- Einen Inkassodienst oder Anwalt einschalten bei langem Verzug
Eine formale Mahnung ist bei Unternehmenskunden nicht zwingend nötig bevor du Verzugszinsen geltend machst — der Verzug tritt automatisch nach Ablauf des Zahlungsziels ein.
In Flinvo kannst du ein Standard-Zahlungsziel in den Einstellungen hinterlegen. Es erscheint automatisch auf jeder neuen Rechnung und kann pro Rechnung angepasst werden.